Ein neuer Park für Moabit

Auf einer 15.000 Quadratmeter großen Teilfläche des früheren Güterbahnhofs Moabit soll ein neuer Park, im Verlauf des Planungsverfahrens Stadtgarten Moabit genannt, entstehen zur besseren Versorgung mit Erholungs- und Freiflächen für Moabit. Der Zugang liegt etwa gegenüber der Einmündung der Oldenburger Straße in die Siemensstraße. Der Bau des Parks gehört zu den wesentlichen Sanierungszielen des ehemaligen Sanierungsgebiets Beusselkiez. Mittlerweile hat das Land Berlin die Fläche für den Park angekauft.

Der neue Park wird zwischen Gewerbegebieten liegen. Auf dem Grundstück westlich des neuen Parks bis zur Beusselbrücke entsteht ein Gastronomiegroßmarkt. Östlich, wo jetzt noch ein Betonwerk steht, wird sich ein Gewerbegebiet anschließen. Nördlich des Parks und der beidseitig angrenzenden Gewerbegebiete soll eine neue Straße (die Ellen-Epstein-Straße) gebaut werden, die den Durchgangsverkehr und die Lieferverkehre der Siemens- und Quitzowstraße aufnimmt. Die Lage des Parks ist so gewählt, dass er an den "Bremer Park" bzw. teilweise auch "Unionpark" genannten Grünbereich im Wohngebiet und den Unionplatz angrenzt.

Der größte Teil des Güterschuppens auf dem Gelände wird abgerissen. Gleise und Schwellen und auch die obere Bodenschicht werden entfernt, da der Boden belastet ist. Möglicherweise wird ein Betreiber für den Teil des alten Güterschuppens gefunden, der vorerst stehen bleibt. Dieser soll dann auch den Park mit bewirtschaften und pflegen. Das ist jedoch noch nicht entschieden. Im Sommer 2008 wurde mit einem Interessenbekundungsverfahren nach Bewerbern für den Güterschuppens gesucht. Mit Stand November 2008 ist noch ein Interessent „im Rennen“, mit dem das Bezirksamt Mitte weiter verhandelt. Dessen Grobkonzept sieht kulturelle Nutzungen, ein kleine Gastronomie, Orte für Ateliers und Ausstellungen sowie für Musik vor. Nur wenn kein Betreiber für dieses "Rest-Gebäude" gefunden wird, wird dieses auch noch abgerissen und mit zur Parkfläche.

Die Planung des Parks unter Beteiligung der Bürger und Akteure

Ende 2007 hat die Agentur StadtMuster im Auftrag des Bezirksamts Mitte eine Ideenbörse durchgeführt. Hierzu wurden Postkarten verteilt. Etwa 85 Antworten für Gebäude und Parknutzungen kamen zusammen, größtenteils von jungen Erwachsenen eingebracht. Vorschläge waren z.B. Spiel, Sport, Spaß, Fahrrad, Indoor-Sport und heilpädagogischer Tanz, Kultur, Konzert, Bühne, Tanz, Disko, Skulpturengarten, Café/Kiosk, Kooperation mit dem benachbarten Schulgarten (als Erweiterung des Schulgartens). Eine ausführlichere Darstellung der Ergebnisse ist am Ende dieses Artikels zum Download verlinkt.

Im Herbst 2008 beauftragte das Bezirksamt Mitte drei Landschaftsplanungsbüros, Atelier 8, glaßer und dagenbach sowie Weidinger Landschaftsarchitekten, in einem konkurrierenden Verfahren Entwürfe für den neuen Park zu erarbeiten. In die Entwurfsplanung sind die Moabiter Bürger und Akteure aktiv eingebunden. Hierzu organisierte der Moabiter Ratschlag in Kooperation mit dem Bezirksamt Mitte und der S.T.E.R.N. GmbH und unter Teilnahme der drei Planungsbüros im Oktober 2008 einen Akteursworkshop, bei dem die Planer über die Ergebnisse der 2007 erfolgten Ideenbörse hinaus zahlreiche Anregungen von Akteuren aus Moabit aufnahmen. Die Akteure waren aufgefordert, sowohl eigene Nutzungen des Parks zu überlegen, als auch die Bedarfe der Bevölkerung einzuschätzen. Dabei wurde u.a. deutlich, dass insbesondere für Familien und Ältere Angebote fehlen. Auch das Protokoll des Workshops finden Sie unten verlinkt.

Die auf dieser Grundlage gefertigten Entwürfe der Landschaftsplanungsbüros wurden Ende November 2008 in einer gut besuchten öffentlichen Veranstaltung interessierten Anwohnern und Akteuren vorgestellt. Nach einer Präsentation der Entwürfe durch die Landschaftsplaner hatten die Veranstaltungsteilnehmer die Möglichkeit, ihre Fragen und auch Vorschläge in direkten Gesprächen mit den einzelnen Planungsbüros zu erörtern, was auch sehr intensiv genutzt wurde. Die Veranstaltung endete mit einer Bewertung der drei Entwürfe zu den Hauptthemen Idee, Nutzergruppen und Gesamtbewertung durch die Teilnehmer der Veranstaltung.

Alle Entwürfe hatten beinhalten die Anregung aus dem Vorlauf, im Park Gärten, die von Bewohner(-gruppen) in eigener Verantwortung betrieben werden. Damit soll die soziale Kontrolle des Parks verstärkt werden. Aber auch für (räumlich begrenzte) sportliche Aktivitäten wie auch an ruhigere Zonen haben die Planer gedacht. Und wenngleich die Nutzung des Rest-Güterschuppens (oder der Abriss falls kein Betreiber gefunden wird) noch nicht endgültig fest steht, Möglichkeiten für Außengastronomie bieten alle Entwürfe. Weitere Einzelheiten zu den Planungen und zur Diskussion finden Sie in dem unten verlinkten Protokoll zur Veranstaltung.

Das Votum der Auswahlkommission

Die Landschaftsplanungsbüros haben ihre Entwürfe für den Park auf Grundlage der Diskussion und Anregungen bis zum Ende des Jahres 2008 noch einmal überarbeitet. Im Januar 2009 wählte eine Auswahlkommission einen der überarbeiteten Entwürfe als Grundlage für die Umsetzung aus. Neben Stadträten und Fachplanern war in der Auswahlkommission auch ein Bürgervertreter aus dem Quartiersrat Moabit West vertreten.

Beim Stadtteilplenum Moabit West im Januar 2009 gab Mandy Adam vom Stadtplanungsamt Mitte das Ergebnis der Auswahlkommission bekannt. Der vom Büro glaßer und dagenbach der Kommission vorgestellte Entwurf ist Grundlage der Parkplanung. Allerdings bekommt das Büro die Auflage, seinen Entwurf gemäß Forderungen der Auswahlkommission erneut zu überarbeiten. Das Ergebnis wurde im April 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt.

So geht's weiter

Auf Grundlage des Siegerentwurfs wird im Jahr 2009 die konkrete Parkplanung mit der erforderlichen Bauplanungsunterlage erfolgen. Die Realisierung des Parks ist für 2010 vorgesehen. Für Planung und Bau des Parks stehen Fördermittel der EU, des Bundes und Landes im Rahmen des Programms Stadtumbau West zur Verfügung. Die Planfeststellung und der Bau der neuen Straße entlang der Bahn wird parallel erfolgen.

 

 

Moabiter Ratschlag e.V.

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