
Gemeinsam mit dem Koreaverband zeigen wir den südkoreanischen Dokumentarfilm „63 Years On“ (2008), der die Schicksale der sogenannten „Trostfrauen“ ins Zentrum rückt – Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs vom japanischen Militär zur sexuellen Sklaverei gezwungen wurden.
Schätzungsweise Hunderttausende Mädchen und Frauen wurden zwischen 1937 und 1945 in Militärbordelle verschleppt: vom Dorfbrunnen, von der Feldarbeit oder aus der Schule. Viele schwiegen jahrzehntelang aus Scham und Angst vor gesellschaftlicher Ächtung. Erst in den frühen 1990er Jahren begannen Überlebende, öffentlich zu sprechen und eine Entschuldigung der japanischen Regierung einzufordern – ein Kampf, der bis heute andauert. Der Film begleitet diese Frauen in ihrem Alltag und zeigt, wie sie mit ihrer Geschichte umgehen und ihr Leben neugestalten. Er gibt ihnen eine Stimme und macht sichtbar, was über Generationen hinweg verschwiegen und aus Schulbüchern gestrichen wurde.
Im Anschluss sprechen wir gemeinsam mit dem Koreaverband, der sich seit Jahren für die Sichtbarkeit dieses Themas in Deutschland einsetzt.
Als Mobile Stadtteilarbeit beschäftigt uns diese Geschichte auch aus einem anderen Blickwinkel: Wir begegnen täglich Menschen, deren Erfahrungen von der Mehrheitsgesellschaft oft nicht gehört oder anerkannt werden. Erinnerungsarbeit und Stadtteilarbeit stellen dieselbe Frage – wessen Geschichten erzählt werden und wessen Schweigen wir brechen helfen. Wir laden herzlich ein, den Abend gemeinsam mit uns zu verbringen.
Der Abend wir gestaltet von: „Kiez Machen“ und „MERحABA MOABÎT“, Projekten des Moabiter Ratschlag e.V.
und dem „Korea Verband“