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Aktionstag gegen Rassismus 2026

Unter dem Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ fanden die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 vom 16. bis 29. März bundesweit statt. Der Moabiter Ratschlag beteiligte sich mit einem vielfältigen Aktionstag am 25. März im Stadtschloss Moabit.

Bündnismitglieder von „Zusammen gegen Rassismus Wedding & Moabit“ organisierten ein buntes Programm für Kinder und Familien: Malaktionen, eine Leseecke, Perlen- und Hennagestaltung, Trommel- und Gesangseinheiten, Siebdruck auf Beuteln sowie Filmvorführungen und Informationsstände luden zum Mitmachen und Austausch ein.

Der Aktionstag bot Gelegenheit, gemeinsam kreativ zu werden, ins Gespräch zu kommen und ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Menschenwürde zu setzen. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, wie lokale Initiativen wichtige Beiträge im Engagement gegen Rassismus leisten können.

Unser herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, Unterstützer*innen und Besucher*innen, die diesen Tag mit ihrem Engagement, ihrer Kreativität und ihrer Offenheit bereichert haben – Sie alle haben dazu beigetragen, ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Menschlichkeit zu setzen.

Wir unterstützen solidarisch den Aufruf der Träger aus Pankow

Bezirk Pankow gefährdet Kinder, Jugend und Familienarbeit: Geld reicht nur noch bis Halloween

Hier den ganzen Text lesen, um mehr zu erfahren.

Soziale Organisationen und Betroffene protestieren am 15.7.2024 in Pankow gegen Kürzungen und für den Erhalt sozialer Infrastruktur im Bezirk.

© Dennis Weinbörner/Paritätischer Berlin

„Soziale Träger, die in Pankow mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeiten, fordern in einem offenen Brief an die Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch und an die Stadträtin für Jugend und Familie, Rona Tietje, die sofortige Rücknahme von Kürzungen. Zahlreiche Paritätische Mitgliedsorganisationen sind unter den Erstunterzeichner*innen. Sie teilen in einer Presseerklärung mit:

Die Kinder- und Jugendarbeit, die Familienförderung sowie die Schulsozialarbeit im Bezirk Pankow stehen vor dem Kollaps. Die Zuwendungen für freie Träger der Jugendhilfe werden um mindestens 12 Prozent gekürzt. Bereits vereinbarte Tarifanpassungen aus den Jahren 2024/2025 wurden gestrichen; aktuelle Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst sind bislang nicht berücksichtigt.

Für die Träger bedeutet das: Arbeitsverträge können nicht mehr tarifgerecht erfüllt werden. Arbeitszeiten werden reduziert, Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Familienförderung und der Schulsozialarbeit eingeschränkt oder eingestellt. Viele Einrichtungen müssen damit rechnen, dass ihre Mittel nur bis Ende Oktober 2026 ausreichen – nach Halloween droht faktisch die Schließung. (…)“

Der Moabiter Ratschlag unterstützt den Aufruf der Träger aus Pankow solidarisch.

Den offenen Brief können Sie hier lesen.

Bezirkliche Jugendjury in Mitte 2026 ist gestartet!

Die „Jury des Geldes“ findet auch 2026 wieder im Bezirk Mitte statt. Mitmachen können Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 21 Jahren.
Du kannst eine Projektidee einreichen und dafür Geld bekommen, maximal 750,- € pro Projekt.

Das Projekt muss im Bezirk Mitte stattfinden und von jungen Menschen für junge Menschen geplant werden. Es muss ein Projekt sein, also etwas besonderes, was ihr sonst nicht macht. Eine Jugendjury aus den Teilnehmenden entscheidet gemeinsam, welche Projekte Geld bekommen. Danach setzt ihr euer Projekt selbstständig um

Gefördert werden Aktionen im Bezirk Mitte, die von jungen Menschen für junge Menschen geplant und organisiert werden. Die bezirkliche Jugendjury, bestehend aus den Antragsstellenden, entscheidet selbst, wie die Mittel an die beantragten Projekte verteilt werden. Im Anschluss führen die jungen Menschen die Projekte eigenständig durch.

Weitere Informationen, Fristen und Kontaktmöglichkeiten, sind HIER zu finden.

Demokratie braucht Beteiligung!

Logo Fachverband Bürgerbeteiligung

Der Moabiter Ratschlag ist seit dem 01.07.2025 korporatives Mitglied im Fachverband Bürgerbeteiligung, einem Berufsverband der professionellen Bürgerbeteiligenden www.fvbb.info.
Der Verband sieht sich als „Sprachrohr der Branche“ und verdeutlicht den Nutzen der Bürgerbeteiligung gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Fachliche Qualifikation und Know-how-Transfer werden durch Fachgruppen, Arbeitsgruppen, Seminare und Fachtagungen realisiert.
Wir sind Mitglied in der Fachgruppe Zivilgesellschaft. Hier kommen Menschen zusammen, die sich bei zivilgesellschaftlichen Organisationen beruflich mit Bürgerbeteiligung beschäftigen.
Im Oktober 2025 hat der Fachverband den „Norderstedter Appell“, in dem gefordert wird, dialogische Bürgerbeteiligung zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen. Organisationen sind eingeladen den Appell zu unterstützen.
Der Fachverband Bürgerbeteiligung gibt das eMagazin BETEILIGEN! heraus. Neben einem aktuellen Schwerpunktthema bringt es Beiträge, Kommentare, Best Practice Beispiele, Literaturtipps, Hinweise auf aktuelle Studien, Interviews, Theorieartikel und Begriffsdefinitionen rund um die politische Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern. Nächster Schwerpunkt ist Kinder- und Jugendbeteiligung.
Im Moabiter Ratschlag e.V. gibt es jetzt eine Arbeitsgruppe die sich damit beschäftigt wie Bürgerbeteiligung weiter gestärkt werden kann. Engagierte sind herzlich willkommen! Kontakt: Elke Fenster, erweiterter Vorstand, elke.fenster@moabiter-ratschlag.de, mobil +49 163.55.36.571

Umfrage – Mach mit Moabit

Das Team von Mach mit Moabit möchte mit euch, den Moabiter*innen, ins Gespräch kommen. Neben unseren Sprechstunden am Dienstag und Donnerstag sind wir auch in ganz Moabit unterwegs, um zu erfahren, welche Themen, Sorgen und Ideen euch im Alltag bewegen.

Die Befragung wird an unterschiedlichen Orten in Moabit in persönlichen Gesprächen durchgeführt, ist aber auch online verfügbar. Das Ausfüllen dauert etwa 5 Minuten.

Im April 2026 werden wir die Ergebnisse dieser Befragung im Rahmen einer Veranstaltung präsentieren. Diese Gelegenheit möchten wir auch nutzen, um eine Plattform aufzubauen, auf der ihr euch vertieft mit den genannten Anliegen beschäftigen und Kontakt zu anderen Interessierten knüpfen könnt.

Bleib auf dem Laufenden und lass uns deine Meinung hören. Wir sehen uns auf der Straße!

Bericht zur Sichtweise junger Menschen in Mitte (Download)

Wie erleben junge Menschen den Bezirk Mitte – und was brauchen sie, um gut hier aufwachsen zu können?

Der Bericht „Sichtweise junger Menschen im Bezirk Mitte“ liefert auf diese Fragen umfassende Antworten. Grundlage sind die Aussagen und Perspektiven von fast 2000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die 2023/2024 in Schulen, Freizeit­einrichtungen und im öffentlichen Raum befragt wurden.

Der Bericht zeigt deutlich: Junge Menschen wünschen sich vor allem Sicherheit im öffentlichen Raum, bezahlbare Freizeit- und Essensangebote, mehr Orte für Begegnung, gut erreichbare Sport- und Bewegungsflächen sowie echte Mitbestimmung in Schule und Stadtteil. Viele Themen betreffen unmittelbar die Lebensqualität in den Kiezen – und gleichzeitig Bereiche der Jugend-, Sozial-, Bildungs- und Stadtentwicklungspolitik.

Die Ergebnisse flossen in den Jugendförderplan (2026-2029) des Bezirks Mitte ein und richten sich außerdem an Fachkräfte, Verwaltung, Politik sowie Akteur*innen der Stadtplanung. Sie bieten eine wichtige Grundlage, um Angebote und Strukturen im Bezirk gezielt weiterzuentwickeln – orientiert an dem, was junge Menschen selbst formuliert haben.

Der Bericht wurde erstellt vom Kinder- und Jugendbüro Mitte (Moabiter Ratschlag e.V. und Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Jugend, Familie und Gesundheit) in Kooperation u.a. mit den Sozialraumkoordinationen, der Jugendförderung, der Jugendhilfeplanung. Besonderer Dank gilt allen jungen Menschen, die mitgemacht haben, sowie den vielen Fachkräften, die die Befragungen begleitet haben.

👉 Hier herunterladen: Bericht zur Sichtweise junger Menschen in Mitte (PDF)

Bei Fragen ist das Kinder- und Jugendbüro Mitte unter kjbm@berlin.de erreichbar.

Mach mit Moabit! Auftaktveranstaltung

Termin: Montag, 10.11.25, 18:30 Uhr – 21 Uhr

Ort: Heilandskirche (Thusnelda-Allee 1, 10555 Berlin)

Moabit steckt voller Engagement, Ideen und Menschen, die sich für
ihren Stadtteil einsetzen. Mit “Mach mit Moabit” wollen wir diese
Energie bündeln, sichtbar machen und neue Wege der Zusammenarbeit gestalten.

Egal, ob du erst etwas im Kiez auf die Beine stellen willst oder den Kiezschon seit Jahren mitgestaltest: Gemeinsam möchten wir Visionen und Plattformen zum Mitmachen entwickeln und überlegen, wie wir auch in Zukunft vernetzt bleiben und wofür.

Kommt vorbei! Wir freuen uns auf alle.

Eine unvergessliche Ferienfahrt 2025 mit Dünja

Dank zahlreicher Unterstützer*innen konnten wir in diesem Jahr eine tolle und lehrreiche Ferienfahrt mit 18 Besucherinnen des Mädchen-Kultur-Treffs Dünja unternehmen.

Sechs entspannte und abwechslungsreiche Tage verbrachten wir in der Jugendherberge Borgwedel in Schleswig-Holstein. Von dort aus unternahmen wir zahlreiche Aktivitäten wie Kanufahren, Lagerfeuerabende, eine Fahrradtour sowie einen Ausflug in die nahegelegene Stadt Eckernförde.

Neben all dem Spaß hatten die Mädchen auch die Möglichkeit, die Natur zu genießen, zur Ruhe zu kommen und den Alltag hinter sich zu lassen.

Vielen Dank, dass ihr den Mädchen diese unvergessliche Zeit ermöglicht habt!
Euer Dünja-Team

Gegen Kürzungen unserer Arbeit

Wir beziehen Stellung gegen die Kürzungen in sozialen Bereichen!

Stellungnahme:

Vor dem Hintergrund der geplanten massiven Kürzungen im Doppelhaushalt 2026/27 – mehr als die Hälfte der derzeit geförderten Projekte der Mobilen Stadtteilarbeit ist betroffen – ist es unser gemeinsames Ziel, die Mobile Stadtteilarbeit politisch zu sichern. Das gemeinsam mit der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Berlin und dem VskA Berlin verfasste Positionspapier stellt zentrale Argumente und Forderungen übersichtlich dar.

→ Das vollständige Papier hier herunterladen.


Kürzungen rechnen sich nicht!

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Jeder investierte Euro in soziale Leistungen stärkt nicht nur die Menschen, sondern auch Wirtschaft und Gesellschaft. Bei gesetzlichen Sozialleistungen fließen 51 Cent an die öffentliche Hand zurück, bei den sogenannten zuwendungsfinanzierten Projekten sind es 33 Cent. Denn neben der direkten Unterstützung für Menschen entstehen Beschäftigungseffekte, werden Folgekosten vermieden und fließen Einnahmen durch Steuern und Sozialabgaben an den Staat zurück.

Wir demonstrieren!

Der schöne Transparent der Stadtschloss-Kids.
Großkundgebung vor dem Roten Rathaus. (08.07.2025)
Menschen aus zahlreichen Bereichen haben sich beteiligt.

Kommende Termine

WIR SIND DABEI!
Großkundgebung
#GemeinsamFürEinSozialesBerlin
WER?
 Bündnis für ein soziales Berlin & anderen Organisationen
WANN? 11. September 2025, ab 10:00 Uhr
WO? Abgeordnetenhaus Berlin, Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin

WIR SIND DABEI!
Demonstration und Intervention
Berlin ist #unkürzbar, Umverteilung jetzt!
WER?
 Bündnis #unkürzbar
WANN? 10. Oktober, 14:00 Uhr – 18:00 Uhr
WO? Demo-Startpunkt: Abgeordnetenhaus Berlin, Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin

Netzwerk Ottilie Pohl

„Netzwerk Ottilie Pohl“

Das „Netzwerk Ottilie Pohl“ ist ein Zusammenschluss aus engagierten Nachbar*innen und Moabiter Initiativen und Vereinen.

Seit Anfang 2023 treffen sich die Beteiligten regelmäßig, um sich der Sichtbarmachung von Widerständigen und deren Netzwerken in der Zeit des Nationalsozialismus sowie für die Wiederanbringung der Gedenktafel für die Politikerin, Kommunistin und Widerstandskämpferin jüdischer Herkunft Ottilie Pohl zu engagieren. Das Netzwerk verfolgt dabei insbesondere folgende konkrete Ziele:

Rückblick zum Aktionsmonat des Netzwerk Ottilie Pohl im November 2025

Im vergangenen November fand erneut der Aktionsmonat des Netzwerk-Ottilie-Pohl statt. Mit insgesamt 11 Veranstaltungen wurde im Kiez an antifaschistischen Widerstand erinnert, solidarisches Handeln gestärkt und Raum für Austausch und gemeinsames Lernen geschaffen.

Das Programm umfasste dabei unterschiedliche Formate – von Mahnwache, Kundgebung und Demonstration über Spaziergänge und Führungen bis hin zu Workshops, einer Filmvorführung und einem Kaffeekränzchen.
Diese Vielfalt ermöglichte verschiedene Zugänge zur Auseinandersetzung mit Erinnerung, Widerstand und Gegenwart und lud Menschen mit unterschiedlichen Interessen zur Teilnahme ein.

Der Aktionsmonat wurde am 6. November mit der Veranstaltung
„Rosa Lindemann und ihr antifaschistisches Netzwerk – Eine Intervention“ eröffnet. Die Auftaktveranstaltung bildete einen inhaltlich starken Einstieg in den Monat und machte deutlich, wie wichtig es ist, lokale Widerstandsgeschichten sichtbar zu machen und in einen heutigen Kontext einzuordnen. Viele Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ein weiterer Höhepunkt des Aktionsmonats war die Buchpräsentation: KI und der neue Faschismus mit Prof. Dr. phil. Rainer Mühlhoff, die mit rund 80 Besucher*innen sehr gut besucht war. Das große Interesse zeigte, dass die Auseinandersetzung mit antifaschistischen Themen, Erinnerungskultur und aktuellen gesellschaftlichen Fragen auf großes Interesse in der Nachbarschaft stößt und einen wichtigen Diskussionsraum eröffnet.

Auch in diesem Jahr haben sich wieder viele Nachbar*innen, Vereine und Initiativen an der inhaltlichen Gestaltung des Aktionsmonats beteiligt, darunter: die Historikerinnen Trille Schünke-Bettinger und Heike Stange, Omas gegen gegen rechts, Refo Moabit, Topio e.V., VVN BdA, Aufstehen gegen Rassismus, Bündnis 9. November und KiezMachen (Mobile Stadtteilarbeit in Moabit West)

Ein besonderer Dank gilt dem Café Wunder, das die Räumlichkeiten für den Stammtischkämpfer*innen-Workshop zur Verfügung gestellt hat.

Insgesamt waren es schöne und vielfältige Veranstaltungen, die das nachbarschaftliche Miteinander gestärkt und eine gemeinsame Gedenkkultur gefördert haben. Der Aktionsmonat des Netzwerk-Ottilie-Pohl hat erneut gezeigt, wie wichtig gemeinsames Erinnern, solidarischer Austausch und zivilgesellschaftliches Engagement sind – und hat ein wichtiges Zeichen gegen Faschismus und für ein solidarisches Zusammenleben gesetzt.

Wiederanbringung der Gedenktafel für Ottilie Pohl

Wir möchten, dass am letzten Wohnort Ottilie Pohls sichtbar an sie erinnert wird. Nachdem eine frühere Gedenktafel in der Beusselstraße 43 im Zuge einer Sanierung seit längerem verschwunden ist, setzen wir uns aktiv dafür ein, dass an dieser letzten Wohnadresse wieder eine Gedenktafel angebracht wird und dadurch die Erinnerung an Ottilie Pohl wachgehalten wird.

Sichtbarmachung von Widerständigen und deren Netzwerken

Wir möchten an Nachbar*innen erinnern, die sich aktiv gegen die Nationalsozialisten stellten. Unser Ziel ist, mehr Menschen in Moabit auf das mutige Wirken und die Zivilcourage früherer Mitbürger*innen aufmerksam zu machen.
Unser Fokus richtet sich dabei nicht allein auf Ottilie Pohl, sondern auch auf die Gruppe von widerständigen Frauen um Ottilie Pohl und Rosa Lindemann in Moabit. Wir möchten zu ihrem Mut, ihrem Zusammenhalt/Solidarität und ihrem Einfallsreichtum im Kampf gegen den NS-Faschismus forschen, weiter recherchieren und die Ergebnisse sichtbar machen. Der Widerstand der Frauen aus der Arbeiter*innenbewegung und seine besondere Formen sollen herausgearbeitet und die Ergebnisse öffentlich gezeigt werden.

Widerstand als Auftrag für uns heute verstehen

Wir begreifen das Handeln der Widerständigen gegen die Herrschaft des Nationalsozialismus als Verpflichtung auch heute auf faschistische, antidemokratische Bestrebungen und menschenverachtende Politik aufmerksam zu machen und ihr entschieden entgegenzutreten.

Mitmachen

Die Gruppe versteht sich als offenes Netzwerk. Das „Netzwerk Ottilie Pohl“ ist demokratisch, überparteilich und überreligiös. Beteiligt sind Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Parteizugehörigkeit, vor allem aus der Nachbarschaft.

Die Mitglieder sind unter anderem verbunden mit Initiativen und Nachbarschaftseinrichtungen wie dem „Moabiter Ratschlag e.V.“, „Omas gegen Rechts“, dem „Frauenverband Courage“, dem Verein „Sie waren Nachbarn“ sowie dem „Reformations-Campus e.V.“ .Auch Historikerinnen und historisch Interessierte bringen sich aktiv in das Netzwerk ein.

Alle weiteren interessierten Menschen sind herzlich eingeladen, sich in unser Netzwerk einzubringen und sich in ihm zu engagieren!

Wir treffen uns unregelmäßig ein- bis zweimonatlich (zur Vorbereitung des Aktionsmonats häufiger), zumeist im Nachbarschaftstreff des „Stadtschloss Moabit“, Rostocker Str. 32B.
 
E-Mail-Adresse: netzwerk.ottilie.pohl@gmail.com

Über Ottilie Pohl

Ottilie Pohl war jüdischer Herkunft. Die Kommunistin und Sozialpolitikerin lebte in Moabit. Zuletzt wohnte sie fast 30 Jahre in der Beusselstraße 43, bis sie von dort deportiert wurde.

Während des Nationalsozialismus setzte Ottilie Pohl ihre politische Arbeit kontinuierlich fort und arbeitete mit anderen Sozialistinnen im Widerstand. Ihre illegale Arbeit tarnten die Frauen als „Kaffeekränzchen“ und trafen sich in einer Gartenlaube. Sie unterstützten Verhaftete und ihre Angehörigen, versteckten politische und rassistisch Verfolgte oder verfassten antifaschistische „Streuzettel“, die sie verbreiteten.

Ottilie Pohl wurde 1940 festgenommen und verurteilt. Nach ihrer Entlassung aus dem Frauengefängnis Kantstraße schloss sie sich wieder dem Widerstand an.  Am 17. November 1942 holte die Gestapo sie aus ihrer Wohnung in der Beusselstraße 43 ab. Sie wurde ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort starb sie am 2. Dezember 1943 mit 75 Jahren an den Folgen der Lagerumstände. Damit wurde Ottilie Pohl eines von Millionen Opfern des Nationalsozialismus.

Bisherige Aktionen des „Netzwerk Ottilie Pohl“

Mit verschiedenen Aktionen möchten wir Ottilie Pohl und ihren Kampf gegen den NS-Faschismus im Stadtteil Moabit öffentlich sichtbar machen. Folgende Aktionen fanden bereits statt.

Stolpersteinverlegung für Ottilie Pohl

Am 10. Mai 2025 wurde ein Stolperstein in Gedenken an Ottilie Pohl verlegt. An ihrer letzten Wohnaderesse in der Beusselstraße 43 erinnerten wir an ihr Leben und ihr Wirken. Viele Menschen aus der Nachbarschaft nahmen an der Verlegung Teil, um ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Begleitet wurde die Verlegung durch Redebeiträge der Mitwirkenden des Netzwerks Ottilie Pohl sowie durch den Berliner Chor Widerklang und Marion Fabian, die einen Akustischen Stolperstein für Ottilie Pohl setzte.

Aktionsmonat im November 2024

In einer Zeit wie dieser, in der zunehmend faschistische Kräfte ihre Demagogie, Angst und Terror bis hin zu Mordanschlägen verbreiten, ist es umso notwendiger, die Erinnerung an Widerstandskämpferinnen wie Ottilie Pohl wachzuhalten. Denn ihr Handeln kann als Vorbild für heute dienen. Daher organisierte das „Netzwerk Ottilie Pohl“ im November 2024 einen Aktionsmonat, in dessen Rahmen an Ottilie Pohl und andere Widerständige gegen den Nationalsozialismus erinnert wurde.

Der Aktionsmonat 2024 begann mit der Antifaschistischen Gedenkkundgebung zu den Novemberpogromen am 9. November am Mahnmal in der Levetzowstraße. In einem Redebeitrag wurde an das Leben und Wirken von Ottilie Pohl erinnert. Ihr Beispiel erinnert uns daran, wie wichtig Solidarität in unserer Nachbarschaft und Gesellschaft auch heute ist.

Zwei Kiez-Spaziergänge boten spannende Einblicke in die Geschichte des Widerstands in Moabit. Beim Spaziergang „Frauen in Moabit – Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus“ beleuchtete die Historikerin Trille Schünke-Bettinger die Lebensgeschichten von Frauen, die sich gegen die NS-Diktatur engagierten. Ein weiterer Spaziergang, „Alltag, Zwang und Widerstand“, zeigte die Vielfalt der Widerstandsformen im Viertel. Die Spaziergänge fanden in Kooperation des „Mitte Museums“ mit „Frauentouren“ und „Antifaschistinnen aus Anstand“ statt.

Beim „Austausch – Der gefährliche Weg in den Faschismus“ des „Frauenverbandes Courage“ setzten wir uns mit der beunruhigenden Rechtsentwicklung in Deutschland auseinander mit dem Ziel uns zu stärken und gemeinsam klare Kante gegen rechte Hetze und Faschismus zu zeigen.

Eine szenische Lesung mit dem Titel „Wer waren Otto und Elise Hampel?“ im „Quartiersmanagement Beusselstraße“ brachte die bewegende Geschichte des Ehepaars Hampel näher. Wilhelm Holthus und Christian Winterstein trugen Passagen aus Falladas Werk sowie originale Gestapo-Dokumente vor.

Bei der Veranstaltung „Antifaschismus kennt kein Alter – Ein Brunch zum Andenken an Ottilie Pohl“ wurde das Leben der Widerstandskämpferin im „Treff am Ottopark“ gemeinsam mit der Stadtteilgruppe Berlin Mitte der „Omas gegen rechts“ gewürdigt. Dabei entstand ein lebhafter Austausch über die Bedeutung antifaschistischen Engagements damals und heute.

Der Workshop „Werde Stammtischkämpfer*in“ lud ein, Strategien gegen rechte und diskriminierende Parolen zu erlernen und in der Praxis anzuwenden. Ziel war es, Zivilcourage zu fördern und ein Zeichen gegen rechtsextreme Ideologien zu setzen. Der Workshop wurde organisiert von „Kiez Machen“ – Mobile Stadtteilarbeit in Moabit, in Kooperation mit „Aufstehen gegen Rassismus“ und „We Keez Moabit e.V.“.

Ein Erzählcafé bot Raum für persönliche Geschichten. Unter dem Titel „Lebensgeschichten Moabiter Frauen – Widerstand, Selbstermächtigung und Emanzipation“ wurden inspirierende Biografien vorgestellt und diskutiert. Das Erzählcafé entstand in Kooperation des „Treff am Ottopark“ und dem Projekt „MoKiSe – Moabiter Kiez-Bibliothek für Kinder und Senioren“.

Bei der Veranstaltung des „Resilienz Zentrums Moabit“ und dem „Reformations-Campus e.V.“ zum Thema „Kaffeekränzchen – Keimzelle für Social Power“ wurde aufgezeigt, wie aus alltäglichen Begegnungen nachhaltiges Engagement und ein handlungsfähiges „Wir“ entstehen kann.

Die Veranstaltung „Für ein Umdenken im Umgang mit Falschinformationen“ von „Topio e.V.“ beleuchtete die Gefahren gezielter Desinformation und deren Einfluss auf gesellschaftliche Polarisierung. Im Austausch wurden Strategien zum kritischen Umgang mit Informationen entwickelt.

Den Abschluss bildete ein „Widerständiges Kaffeekränzchen“ im Stadtschloss Moabit, das an den zweiten Kiez-Spaziergang anschloss. Bei Kaffee und Kuchen wurden Ausblicke auf kommende Aktionen des „Netzwerks Ottilie Pohl“ gegeben.

Der Aktionsmonat bot vielfältige Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und ihrer Bedeutung für die Gegenwart und wurde durch die enge Zusammenarbeit zahlreicher engagierter Initiativen und Akteur*innen aus Moabit ermöglicht. Dafür bedanken wir uns herzlich.

Kiez-Spaziergang im Rahmen von „Denk mal am Ort“

Bei einem Kiez-Spaziergang im Rahmen von „Denk mal am Ort“ suchten wir Wohnorte Ottilie Pohls auf. Die Historikerin Heike Stange berichtete von ihren Recherchen zu Ottilie Pohl und zeigte Dokumente ihrer Verfolgung.

Aktionsmonat im November 2023

Den Auftakt zum Aktionsmonat bildete die Antifaschistische Gedenkkundgebung zu den Novemberpogromen am9. November am Mahnmal in der Levetzowstraße. Im Rahmen dieser Veranstaltung berichteten wir bei einem Redebeitrag über Ottilie Pohl und ihr Wirken.

Im Rahmen zweier Kiez-Spaziergänge „Frauen in Moabit – Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus“ gab die Historikerin Trille Schünke-Bettinger anhand biografischer Spuren von Frauen in Moabit einen Überblick über die Vielfalt und Breite des weiblichen Widerstandes gegen das NS-Regime. Hierbei wurde zudem die rechtliche und gesellschaftliche Ausgrenzung von Jüdinnen anhand von Biografien verfolgter Frauen sichtbar gemacht.
Die Spaziergänge fanden im Auftrag des „Mitte Museums“ und in Kooperation mit „Frauentouren“ statt.

Bei der Veranstaltung „Illegal“ in Moabit – Widerständige Frauen und ihre Netzwerke näherten wir uns der Kommunistin und Jüdin Ottilie Pohl, die Widerstand leistete und vom Nationalsozialismus verfolgt und umgebracht wurde. Heike Stange las aus einem unveröffentlichten Bericht Rosa Lindemanns über eine Widerstandsgruppe, der Ottilie Pohl angehörte und die sich als „sooo harmloses Kaffeekränzchen“ tarnte. Trille Schünke berichtet von der Wichtigkeit nachbarschaftlicher Beziehungen und Vertrauen unter den Frauen für ihre Widerstandsarbeit und stellt exemplarisch Widerstandskämpferinnen vor. Anne Hoecker und Marina Hübner erzählt von Mathilde Jacob – ehemalige Sekretärin Rosa Luxemburgs –, ihren Verdiensten um diesen Nachlass und ihre Ermordung im KZ Theresienstadt.

Eine Szenische Lesung in der Dorotheenstädtische Buchhandlung stellte die Frage: Wer waren Otto und Elise Hampel?
Wilhelm Holthus las Fallada-Passagen und Christian Winterstein las aus Gestapo-Akten und anderen Dokumenten zu Elise und Otto Hampel. Das Schicksal dieses Ehepaars war Vorlage für Falladas Roman.

Einen Blick in die Gegenwart wurde in der Refo Moabit geworfen. Bei der Veranstaltung „Wie sind heute Kinder und Jugendliche von Antisemitismus betroffen?“ gab es zahlreiche Diskussionsimpulse und Gespräche mit Rosa Fava, der Leiterin von ju:an – Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit der Amadeu Antonio Stiftung. Den Abschluss des Aktionsmonats bildete eine Gedenk-Aktion anlässlich des 80. Todestages von Ottilie Pohl am2. Dezember 2023. Dabei erinnerte das Netzwerk an Ottilie Pohl an dem Ort an dem sie zuletzt lebte – in der Beusselstraße 43. Im Anschluss an die Aktion im öffentlichen Raum tauschten sich Interessierte Refo Moabit aus.

„Kaffeekränzchen“ beim Ortstermin September 2023

Eine Installation in der Reformationskirche in der Beusselstraße griff das Motto des Kunstfestivals Ortstermin auf: „Gastgeber*innen“. Eine der acht Stationen in der Kirche war „Ottilies

Kaffeekränzchen“. In diesem Rahmen konnten Interessierte an einer gedeckten Kaffeetafel verweilen und sich über Ottilie Pohl und unser Netzwerk informieren.

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Geschäftsstelle Moabiter Ratschlag e.V.

Geschäftsführung: Aninka Ebert
E-Mail: verein@moabiter-ratschlag.de

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