Eine Woche lang laden Theaterschaffende Kita- und Grundschulkinder und Familien auf den Otto-Spieplatz zur „Winterzauber-Theaterwoche“ ein. Am Vormittag mit Anmeldung für Gruppen, am Nachmittag offen für alle.
Jonglage, Clownerie, Feuershow, eine LED Show, Akrobatik…und viel Magie.
Schaut vorbei am Nachmittag 24., 25. und am 28.11.2025 ab 16:30 Uhr
Kostenlos für alle dank der KIA Projekt-Förderung
Kiezgespräch mit Bezirkspolitik …
Kiezgespräch mit Bezirkspolitik
Sie sind herzlich zum nächsten Kiezgespräch im Stadtschloss Moabit am 04.12.2025 von 16 bis 17:30 Uhr eingeladen.
Der Stadtrat für Stadtentwicklung und Facility Management, Ephraim Gothe und der Stadtrat für Schule und Sport, Herr Benjamin Fritz laden gemeinsam mit der Stadtteilkoordination Moabit-West und der Sozialraumorientierten Planungskoordination des Bezirksamts Mitte alle interessierten Nachbar*innen und Initiativen in Moabit herzlich dazu ein, sich gemeinsam zu aktuellen Themen im Kiez auszutauschen.
Welche aktuellen Bauvorhaben sind in der Planung, wo ist Beteiligung möglich um die Zukunft des Kiezes mitzugestalten.
Informiert wird über das Bauvorhaben im Huttenkiez (Neues Ufer), zum Schulumweltzentrum, zur Jugendverkehrsschule Moabit und zum Wolfgang-Scheunemannhaus in der Bredowstraße.
Das Kiezgespräch findet am Donnerstag, den 04.12.2025 im Stadtschloss-Treff (Rostocker Str. 32, 10553 Berlin) in der Zeit von 16:00 bis 17:30 statt.
Das Gespräch ist kostenlos und offen für alle.
Um Anmeldung wird gebeten unter der Telefonnummer: 0176 76497885 oder unter stk-moabit-west@berlin.de
Melden Sie sich auch gerne bei Assistenzbedarf.
Der Raum ist barierearm zugänglich.
Sie sind herzlich willkommen bei unserem Kiezgespräch.
Wir freuen uns auf den Austausch mit euch/Ihnen!
Heiligabend im Stephans – zusammen feiern statt allein zuhause
Wir möchten an Heiligabend gemeinsam kochen, feiern und eine schöne Zeit miteinander verbringen. Eingeladen sind alle Nachbar*innen – unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Herkunft.
Die Veranstaltung findet am 24. Dezember von 16–20 Uhr im Nachbarschaftsladen Stephans, Stendaler Str. 9, statt. Bei Fragen steht euch Katharina Homann unter 01575 819 59 35 zur Verfügung.
Bericht zur Sichtweise junger Menschen in Mitte (Download)
Wie erleben junge Menschen den Bezirk Mitte – und was brauchen sie, um gut hier aufwachsen zu können?
Der Bericht „Sichtweise junger Menschen im Bezirk Mitte“ liefert auf diese Fragen umfassende Antworten. Grundlage sind die Aussagen und Perspektiven von fast 2000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die 2023/2024 in Schulen, Freizeiteinrichtungen und im öffentlichen Raum befragt wurden.
Der Bericht zeigt deutlich: Junge Menschen wünschen sich vor allem Sicherheit im öffentlichen Raum, bezahlbare Freizeit- und Essensangebote, mehr Orte für Begegnung, gut erreichbare Sport- und Bewegungsflächen sowie echte Mitbestimmung in Schule und Stadtteil. Viele Themen betreffen unmittelbar die Lebensqualität in den Kiezen – und gleichzeitig Bereiche der Jugend-, Sozial-, Bildungs- und Stadtentwicklungspolitik.
Die Ergebnisse flossen in den Jugendförderplan (2026-2029) des Bezirks Mitte ein und richten sich außerdem an Fachkräfte, Verwaltung, Politik sowie Akteur*innen der Stadtplanung. Sie bieten eine wichtige Grundlage, um Angebote und Strukturen im Bezirk gezielt weiterzuentwickeln – orientiert an dem, was junge Menschen selbst formuliert haben.
Der Bericht wurde erstellt vom Kinder- und Jugendbüro Mitte (Moabiter Ratschlag e.V. und Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Jugend, Familie und Gesundheit) in Kooperation u.a. mit den Sozialraumkoordinationen, der Jugendförderung, der Jugendhilfeplanung. Besonderer Dank gilt allen jungen Menschen, die mitgemacht haben, sowie den vielen Fachkräften, die die Befragungen begleitet haben.
Bei Fragen ist das Kinder- und Jugendbüro Mitte unter kjbm@berlin.de erreichbar.
Lebendiger Adventskalender in Moabit 2025
Vom 1. bis 24. Dezember 2025 laden gleich zwei Lebendige Adventskalender in Moabit dazu ein, den Kiez auf besondere Weise zu erleben. Täglich öffnen Einrichtungen, Initiativen und Privatpersonen ihre Türen und schenken Nachbar*innen kleine Auszeiten, kreative Aktionen und Momente der Begegnung.
Die Angebote des Lebendigen Adventskalenders Moabit West stellen wir im Anschluss ausführlich vor. Die Aktionen des Kalenders Moabit Ost findet ihr HIER
Gemeinsam möchten wir eine warme, nachbarschaftliche Adventszeit gestalten – voller Überraschungen, schöner Erlebnisse und gemeinsamer Augenblicke.
Montag, 1. Dezember 2025 19:30-21 Uhr Beusselstraße 44
Die Neue Nachbarschaft lädt alle ein zum offenen Swing-Tanzen! Ob du zum ersten Mal Swing ausprobierst oder schon Erfahrung hast – hier zählt die Freude an Bewegung, Musik und Begegnung. Gemeinsam tanzen, neue Leute kennenlernen und gute Laune verbreiten – alle sind willkommen!
Dienstag, 2. Dezember 2025 14-18 Uhr Quitzowstraße 103
Bei der Kunstaktion unter dem Titel „Die ganze Welt ist eine Blüte“ könnt ihr gemeinsam Lotusblüten aus speziellem Reispapier falten – ein Symbol für Frieden, Gelassenheit und Verbundenheit. Die Moabiter Künstlerin Hyonsoo Kim führt euch im Museum der Trostfrauen in diese Falttechnik ein. Alle Moabiter*innen sind herzlich eingeladen, mitzumachen, ins Gespräch zu kommen und in gemütlicher Atmosphäre kreativ zu werden.
Mittwoch, 3. Dezember 2025 16-18 Uhr Rostocker Straße 32B
Gemeinsam mit der KinderkunstMagistrale laden wir herzlich zum winterlichen Weihnachtskarten-Basteln in der Bibliothek ein – ein kreatives Miteinander für Groß und Klein. Kommt vorbei und gestaltet persönliche Grüße für die festliche Jahreszeit!
Donnerstag, 4. Dezember 2025 16-18 Uhr Rostocker Straße 35
Das Quartiersmanagement Beusselstraße lädt herzlich zu einem gemütlichen Beisammensein mit warmen frisch gebackenen Waffeln und winterlichem Flair ein. Eine schöne Gelegenheit, Nachbar*innen zu treffen, sich auszutauschen und gemeinsam die Vorweihnachtszeit zu genießen.
Freitag, 5. Dezember 2025 15-19 Uhr Alt-Moabit 82B
Die Gemeinschaftsunterkunft Alt-Moabit öffnet ihre Türen und lädt alle zum zauberhaften Spendenbasar ein. Lernt unser Haus und unsere Bewohner*innen kennen und genießt Gebasteltes und Gebackenes, heiße Getränke und Waffeln, Kinderschminken und Bastelangebote. Kommt vorbei und stöbert nach Kleinigkeiten und vielleicht sogar dem ein oder anderen Weihnachtsgeschenk. Die Einnahmen gehen wie gewohnt zu 100% an UNICEF.
Samstag, 6. Dezember 2025 ab 14 Uhr Treffpunkt: Gotzkowskystraße 20/21
Entdeckt mit uns die vielfältigen Seiten Moabits. Unsere Tour startet im ehemaligen Adrema-Hotel an der Gotzkowskybrücke. Dort bietet das neue IG Metall Bildungszentrum einen angenehmen Einstieg – mit spannenden Einblicken in die bewegte Stadtgeschichte Moabits und Berlins.
Auf unserem Weg durch die Gotzkowsky- und Waldstraße begegnen wir bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten und klären, wer Gotzkowsky und Beussel eigentlich waren. Auch andere frühere Moabiter*innen und ihre ungewöhnlichen Lebenswege sorgen für Überraschungen. Außerdem erfahren wir mehr über die Anfänge der KPM, das städtische Abwassersystem und eine kleine Revolution in der Bürotechnik.
Weiter geht es Richtung nördliches Moabit – achtsam für kleine Entdeckungen, die uns immer wieder zu kurzen Stopps einladen.
Zum Abschluss erreichen wir die Räume der Moabiter Stadtteilmütter. Bei Kaffee, Kuchen und Gesprächen könnt Ihr die Veranstaltung in entspannter Atmosphäre ausklingen lassen.
Sonntag, 7. Dezember 2025 15-17 Uhr Birkenstraße 35
Kommt vorbei zu einem gemütlichen Nachmittag am Lagerfeuer! Gemeinsam wärmen wir uns an knisternden Flammen, trinken ein Heißgetränk und genießen die winterliche Stimmung im Schulgarten. Eine schöne Gelegenheit, sich zu begegnen, zu plaudern und den Advent gemeinsam zu erleben.
Montag, 8. Dezember 2025 16.30-20 Uhr Siemensstrasse 27
Das ZK/U (Zentrum für Kunst und Urbanistik) lädt euch zu einem gemütlichen Nachmittag voller Kreativität, Essen und Geselligkeit ein. Seid dabei und nehmt an Kreativworkshops teil oder genießt bei einem leckeren Essen das Lagerfeuer.
Dienstag, 9. Dezember 2025 17-19 Uhr Thusnelda Allee 1
Bock auf gute Musik, leckeres Essen und entspannte Kiezstimmung? Dann komm vorbei zu einem Event vor der Heilandskirche – gestaltet von Jugendlichen von Karame und Gangway Moabit. Es gibt leckeres Essen, coole Beats und gute Vibes, ganz im Zeichen von Zusammenhalt und Kreativität im Kiez.
Mittwoch, 10. Dezember 2025 16-19 Uhr Jagowstraße 12
„In der Weihnachtsbäckerei gibt’s so manche Leckerei…“ Und genau diese süßen Leckereien werden mit Mädchen und Frauen gemeinsam gebacken. Wir haben alle Zutaten vor Ort und freuen uns über eure Beteiligung beim Ausstechen, Formen, Dekorieren und natürlich Probieren der Plätzchen!
Donnerstag, 11. Dezember 2025 ab 19 Uhr Waldenserstraße 13
Das Offene Wohnzimmer lädt am 11.12. ab 19 Uhr zu einem offenen internationalen Weihnachts- und Winterliedersingen für Groß und Klein ein. In gemütlicher Atmosphäre singen wir zusammen unter Anleitung einiger Musikerinnen aus dem Offenen Wohnzimmer alte und neue Weihnachtslieder aus aller Welt. Textblätter sind vorhanden.
Freitag, 12. Dezember 2025 ab 19 Uhr Rostocker Straße 32B
Stimmen und Sprachen der palästinensischen Literatur aus dem Land und der Diaspora
Samstag, 13. Dezember 2025 15-18 Uhr Sickingenstraße 20-24
Beim Angebot „Gieß dir dein Bild“ könnt ihr euch im Bildergießen ausprobieren – ganz ohne Vorkenntnisse! Jeder kann ein eigenes Kunstwerk aus fließender Acrylfarbe gestalten: Erfahrene kreieren eigene Kompositionen, Anfängerinnen bekommen eine kurze Einweisung und dürfen gespannt auf das Ergebnis sein. Die fertigen Kunstwerke ruhen zwei Tage bei uns zum Trocknen und können dann abgeholt werden. Gemeinsam lassen wir der Kreativität freien Lauf und genießen einen entspannten Nachmittag.
Sonntag, 14. Dezember 2025 16-21 Uhr Siemensstraße 26
Am 3. Advent kann man sich das schöne Tischfussballleistungszentrum anschauen und natürlich umsonst Kickern: Entweder an frei gewählten Tische oder über ein Lossystem. Es gibt Kaffee und Glühpunsch gegen Spende (Tassen dafür müssen selber mitgebracht werden) sowie ein paar Adventsknabbereien.
Montag, 15. Dezember 2025 17-19 Uhr Berlichingenstraße 8
Lust auf was Warmes und Leckeres? Dann kommt ins Jugendhaus B8 – wir machen Hot Dogs, quatschen, hängen ab und genießen die gemütliche Winterstimmung. Einfach vorbeikommen, mitessen und mitmachen.
Dienstag, 16. Dezember 2025 15-17:30 Uhr Bredowstraße 31/32
Lust auf ein bisschen Action im Winter? Dann kommt vorbei zum XXL-Dart-Nachmittag im Bredow-Treff! Drinnen ist’s warm, draußen ist’s kalt – also perfekt, um gemeinsam zu spielen, zu lachen und den Winterblues wegzupusten. Ob du triffst oder danebenwirfst – Hauptsache Spaß!
Mittwoch, 17. Dezember 2025 19-20 Uhr Havelberger Straße 28
Das WeMoa Running Team lädt zu einem kostenlosen gemeinsamen Lauf durch das winterliche Moabit ein. Ob Anfängerin oder erfahrener Läufer*in – alle sind willkommen! Wir starten mit einem Warm-up, laufen gemeinsam durch die Nachbarschaft und beenden den Abend mit Dehnübungen und einem lockeren Austausch in gemütlicher Runde.
Donnerstag, 18. Dezember 2025 ab 20 Uhr Beusselstraße 35
Wir singen gemeinsam Adventslieder in der Reformationskirche Moabit.
Freitag, 19. Dezember 2025 16-18 Uhr Kaiserin-Augusta-Allee 100
Bewegung statt Winterschlaf! Der Jugendclub Schlupfwinkel lädt ein zu einem sportlichen Nachmittag in der Halle – ganz nach dem Motto „Wünsch dir was!“ Du entscheidest, was gespielt wird: Fußball, Basketball, Völkerball oder etwas ganz anderes – Hauptsache Spaß und Action! Komm vorbei, bring Freund*innen mit und tob dich aus – egal ob Sportprofi oder einfach nur zum Auspowern.
Samstag, 20. Dezember 2025 17.30-22.30 Uhr Waldstraße 23/24
Ob Ballroom, Rock, Latin oder Soul – bei der Kiez-Disko ist für alle etwas dabei! Menschen von 18 bis 99 Jahren sind eingeladen, gemeinsam zu tanzen, sich zu begegnen und den Abend mit guter Musik und noch besserer Stimmung zu genießen. DJ Harry legt auf, das SOS-Kinderdorf öffnet die Tanzfläche – fehlt nur noch ihr!
Sonntag, 21. Dezember 2025 14-18 Uhr Ottostraße 5
Diese Karten sind selbst die Überraschung: ob zu Festtagen, zum Geburtstag oder einfach mal für den Herzensmenschen ein lieber Gruß zwischendurch: Pop-Up-Karten sind immer ein Hingucker! Hier können Sie sich austoben mit Papier, Stanze, Schere, Kleber und Deko-Material
Montag, 22. Dezember 2025 ab 14 Uhr Waldstraße 7
Gerade in der oft hektischen Winter- und Vorweihnachtszeit kann ein Moment der Stille wohltuend sein. Die sanfte NADA-Akupunktur hilft, zur Ruhe zu kommen, Stress abzubauen und neue Kraft zu schöpfen – eine kleine Auszeit für Körper und Seele
Dienstag, 23. Dezember 2025 16-17:30 Uhr Quitzowstraße 103
Zum Abschluss der partizipativen Kunstaktion „Die Welt ist eine Blüte“ lädt der Korea Verband zu einem gemeinsamen Spaziergang zum Güterbahnhof Moabit ein. Dort werden die gefalteten Lotusblüten als Zeichen für Frieden, Erinnerung und Verbundenheit niedergelegt.
Ab 14 Uhr besteht im Museum noch einmal die Möglichkeit, eigene Blüten zu basteln und sich kreativ zu beteiligen. Die Aktion soll Kunst, Geschichte und Nachbarschaft vebinden – ein stilles, aber starkes Symbol der Gemeinschaft in der Winterzeit.
Mittwoch, 24. Dezember 2025 ab 12 Uhr Mathilde-Jacob-Platz 1
Alle Nachbarinnen sind herzlich zum traditionellen Weihnachtskonzert auf dem Vorplatz des Rathauses Tiergarten eingeladen. Weihnachts- und Musikliebhaberinnen können sich auf Interpretationen bekannter Jazz-Songs sowie beliebte Weihnachtsmelodien freuen. Mit ihrem erfrischenden Sound bringen die Musikerinnen Zuhörerinnen und Passant*innen in eine beschwingte Weihnachtsstimmung.
Çay und Simit – Morgenbrot
Die Teams von Kiez Machen und MERحABA MOABÎT laden zu einem kostenlosen Nachbarschaftsfrühstück in den Moabiter Kinderhof ein. Jeden Donnerstag von 10:30-12:30. Alle sind willkommen. Bringt gerne etwas für das Frühstück mit.
Gegen Kürzungen unserer Arbeit
Wir beziehen Stellung gegen die Kürzungen in sozialen Bereichen!
Stellungnahme:
Vor dem Hintergrund der geplanten massiven Kürzungen im Doppelhaushalt 2026/27 – mehr als die Hälfte der derzeit geförderten Projekte der Mobilen Stadtteilarbeit ist betroffen – ist es unser gemeinsames Ziel, die Mobile Stadtteilarbeit politisch zu sichern. Das gemeinsam mit der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Berlin und dem VskA Berlin verfasste Positionspapier stellt zentrale Argumente und Forderungen übersichtlich dar.
Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Jeder investierte Euro in soziale Leistungen stärkt nicht nur die Menschen, sondern auch Wirtschaft und Gesellschaft. Bei gesetzlichen Sozialleistungen fließen 51 Cent an die öffentliche Hand zurück, bei den sogenannten zuwendungsfinanzierten Projekten sind es 33 Cent. Denn neben der direkten Unterstützung für Menschen entstehen Beschäftigungseffekte, werden Folgekosten vermieden und fließen Einnahmen durch Steuern und Sozialabgaben an den Staat zurück.
Wir demonstrieren!
Der schöne Transparent der Stadtschloss-Kids.
Großkundgebung vor dem Roten Rathaus. (08.07.2025)
Menschen aus zahlreichen Bereichen haben sich beteiligt.
Kommende Termine
WIR SIND DABEI! Großkundgebung #GemeinsamFürEinSozialesBerlin WER? Bündnis für ein soziales Berlin & anderen Organisationen WANN? 11. September 2025, ab 10:00 Uhr WO? Abgeordnetenhaus Berlin, Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin
WIR SIND DABEI! Demonstration und Intervention Berlin ist #unkürzbar, Umverteilung jetzt! WER? Bündnis #unkürzbar WANN? 10. Oktober, 14:00 Uhr – 18:00 Uhr WO? Demo-Startpunkt:Abgeordnetenhaus Berlin, Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin
Netzwerk Ottilie Pohl
„Netzwerk Ottilie Pohl“
Das „Netzwerk Ottilie Pohl“ ist ein Zusammenschluss aus engagierten Nachbar*innen und Moabiter Initiativen und Vereinen.
Seit Anfang 2023 treffen sich die Beteiligten regelmäßig, um sich der Sichtbarmachung von Widerständigen und deren Netzwerken in der Zeit des Nationalsozialismus sowie für die Wiederanbringung der Gedenktafel für die Politikerin, Kommunistin und Widerstandskämpferin jüdischer Herkunft Ottilie Pohl zu engagieren. Das Netzwerk verfolgt dabei insbesondere folgende konkrete Ziele:
Ottilie Pohl-Aktionsmonat im November 2025
Die Kommunistin, Sozialpolitikerin und Jüdin Ottilie Pohl war in Moabit zu Hause und aktiv im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Eine Gedenktafel in der Beusselstraße 43 erinnerte viele Jahre an sie und ihr Wirken – bis sie verschwand. Eine neue Tafel ist bislang nicht in Aussicht.
In einer Zeit, in der erneut rechtsextreme und faschistische Kräfte mit Angst und Hetze versuchen, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu zerstören, ist es umso wichtiger, das Andenken an Menschen wie Ottilie Pohl wachzuhalten. Ihr Mut und Engagement können uns heute Orientierung und Ansporn sein.
Das „Netzwerk Ottilie Pohl“ organisiert daher im November 2025 zum dritten Mal einen Aktionsmonat, der an Ottilie Pohl und andere Widerständige gegen den Nationalsozialismus erinnert. Mit verschiedenen Veranstaltungen möchten wir zeigen, dass Erinnerung immer auch ein Auftrag für die Gegenwart ist – sich entschieden gegen faschistische Strömungen zu stellen und solidarisches Handeln zu stärken.
Veranstaltungen im Rahmen des Aktionsmonats
Rosa Lindemann und ihr antifaschistisches Netzwerk – Eine Intervention
Donnerstag, 6. November 2025 17 Uhr vor dem Rathaus Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1
Seit 2025 befindet sich der „Lindemann-Stuhl“ in der Dependance des Mitte Museums und erinnert an die KPD-Politikerin Rosa Lindemann. Der Stuhl war Teil der Ausstellung „Vor die Tür gesetzt“ über im Nationalsozialismus verfolgte Berliner Stadtverordnete und Magistratsmitglieder des Aktiven Museums von 2005, in dem auch Rosa Lindemann vorgestellt wurde. Sie gehörte von 1920 bis 1933 der Bezirksversammlung Tiergarten an, als Bezirksverordnete oder Stadtverordnete. Nach 1933 baute sie einen Widerstandskreis mit Frauen in Moabit auf.
Wer war Rosa Lindemann? Was ist über ihr Netzwerk bekannt, dem auch die USPD-Stadtverordnete in Tiergarten Ottilie Pohl angehörte, die aus einer jüdischen Familie kam? Welche Leerstellen gibt es? Seit wann wird geforscht? Wie haben sich die Kenntnisse über Rosa Lindemann und ihr antifaschistisches Netzwerk seitdem verändert? Wie kann eine lebendige Erinnerungskultur gelingen?
Eine Veranstaltung mit der Historikerin Heike Stange, unterstützt durch das Aktive Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. und das Mitte Museum, im Rahmen vom Aktionsmonat Ottilie Pohl.
Gedenkkundgebung und antifaschistische Demonstration
Sonntag, 9. November 2025 16.00 Uhr Mahnmal Levetzowstraße
Am 87. Jahrestag der Novemberpogrome ruft das antifaschistische Bündnis zu einer Gedenkkundgebung am Mahnmal Levetzowstraße mit anschließender Demonstration durch Moabit auf. Im Zentrum steht das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung: Jüdinnen*Juden, als auch den Sinti*zze und Rom*nja und den politischen Gegner*innen, wie Kommunist*innen, Gewerkschafter*innen und Sozialdemokrat*innen, queeren Menschen, Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderung und sogenannten „Asozialen“.
Auch mit der anschließenden Demonstration zum Mahnmal an der Putlitzbrücke will das Bündnis dem Gedenken an die NS-Verbrechen Gehör verschaffen und Konsequenzen aus der anhaltenden Kontinuität von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus einfordern. Für das Bündnis bedeutet antifaschistisches Gedenken, eine Zukunft zu denken, ohne die Vergangenheit zu verraten.
Buchpräsentation: KI und der neue Faschismus mit Prof. Dr. phil. Rainer Mühlhoff Dienstag 11. November 2025 19 Uhr Arminiusmarkthalle Zunftwirtschaft, Arminiusstraße 2-4, 10551 Berlin
Tech-CEOs verkaufen Künstliche Intelligenz als Heilsbringer für die größten Probleme der Menschheit, obwohl die entsprechende Industrie auf Ausbeutung und Menschenverachtung beruht. Wie erkennen wir die zunehmend faschistischen Tendenzen, die sich im Zusammenspiel von Tech-Industrie und der neuen Rechten bilden? Rainer Mühlhoff entwickelt Antworten und diskutiert Lösungsansätze (Buch erschienen im Reclam-Verlag).
Mittwoch, 12. November 2025 16-17 Uhr Birkenstraße 32, 10551 Berlin
Bei dieser Veranstaltung werden zwei Texte über mutige Widerstandskämpferinnen aus Berlin-Moabit vorgestellt und gelesen. Im Anschluss wird über den sogenannten „Abtransport von ARI“ gesprochen – ein bewegendes Kapitel der Berliner Geschichte, das an die Verfolgung und den Widerstand in der NS-Zeit erinnert. Die Mahnwache lädt dazu ein, an das Engagement und den Mut dieser Frauen zu erinnern und über Formen von Zivilcourage damals und heute ins Gespräch zu kommen.
Aufstehen gegen Menschenfeindlichkeit | Kurztraining zu Zivilcourage
Mittwoch, 12. November 2025 20 Uhr Refo Moabit, Wiclefstraße 32, 10551 Berlin
Der Kurzworkshop wird gemeinsam erkunden, welche Möglichkeiten es gibt auf diskriminierende Aussagen und/oder Angriffe im öffentlichen Raum mit Zivilcourage zu reagieren, ohne die Situation zusätzlich zu eskalieren. Dafür werden wir uns in Form eines Rollenspiels in eine fiktive Situation begeben und Handlungsoptionen aktiv ausprobieren und reflektieren. Ziel ist es, Wege zu finden, einen kühlen Kopf zu bewahren und trotzdem deutlich Kante zu zeigen.
Referent: Konstantin Leimig, Referent für Friedensbildung der KURVE Wustrow und freiberuflicher Konfliktberater
Werde Stammtischkämpfer*in – Workshop gegen rechte und diskriminierende Parolen
Mittwoch, 19. November 2025 18-21 Uhr Wundersalon, Jonasstraße 7, 10551 Berlin
Wir alle kennen das: auf der Arbeit, im Sportverein, in der Familie oder auf der Straße fallen Sprüche, die uns die Sprache verschlagen. Später ärgern wir uns, hätten gerne den Mund aufgemacht, widersprochen, die rechten Parolen nicht einfach so stehen lassen.
Hier setzt der Stammtischkämpfer*innen-Workshop an. Er soll Menschen in die Lage versetzen, die Schrecksekunde zu überwinden, Position zu beziehen und deutlich zu machen: Das nehmen wir nicht länger hin!
Der Stammtisch ist überall: An der Kasse des Supermarktes, am Arbeitsplatz, auf dem Spielplatz oder in der Bahn.
Aber: Wir sind auch überall und wir können durch Widerspruch und deutliches Positionieren die Stimmung in unserem Umfeld beeinflussen und unentschlossenen Menschen ein Beispiel geben.
Im Workshop beschäftigen wir uns mit Strategien, die uns ermöglichen, diskriminierenden Sprüchen und rechter entgegenzutreten.
Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Nur mit Anmeldung unter: kiezmachen@moabiter-ratschlag.de
Der Workshop wird organisiert von „Kiez Machen“ – Mobile Stadtteilarbeit in Moabit, einem Projekt des Moabiter Ratschlag e.V.
Filmvorführung: Killing Nazis – Die Geschichte eines echten »Inglourious Basterd« Dokumentarfilm, D 2013, Regie: Andreas Kuba
Mittwoch, 19. November 2025 18.30 Uhr im Treff des Stadtschloss Moabit, Rostocker Straße 32B, 10553 Berlin
Der Dokumentarfilm erzählt die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Alfred Müller, einem Wiener Juden, der als Jugendlicher vor den Nationalsozialisten nach Palästina floh. Im Exil wurde er zu Chaim Miller und in einer Spezialeinheit der britischen Armee zum Einsatz hinter feindlichen Linien ausgebildet. 1945 kehrte er als Soldat der nach Österreich zurück – in ein Land, in dem seine Eltern im Holocaust ermordet worden waren. Gemeinsam mit anderen jüdischen Kämpfern übte er inoffiziell Rache an Nationalsozialisten: durch gezielte Entführungen, Verhöre und Hinrichtungen von SS- und Gestapo-Angehörigen.
„Killing Nazis“ beleuchtet ein weitgehend unbekanntes Kapitel der Nachkriegsgeschichte und wirft zugleich Fragen auf: nach Gerechtigkeit, nach Erinnerung – und nach Vergeltung.
Die Vorführung findet im Rahmen des Aktionsmonats zum weiblichen und zivilgesellschaftlichen Widerstand statt. Der Film erweitert die Perspektive auf die vielfältigen Formen von Widerstand und Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus.
Samstag, 22. November 2025 14 Uhr Hüttigpfad, 13627 Berlin
Im Rahmen des Aktionsmonats findet ein gemeinsamer Besuch der Gedenkstätte Plötzensee statt. Der historische Ort erinnert an die über 2.800 Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus in der Strafanstalt Plötzensee hingerichtet wurden – darunter zahlreiche Frauen, die aus politischen, religiösen oder humanitären Gründen Widerstand leisteten.
Der Rundgang legt einen besonderen Fokus auf die Biografien widerständiger Frauen. Im Mittelpunkt stehen jene, deren Engagement oft im Schatten bekannter Namen stand, aber nicht weniger mutig oder folgenreich war. Ihr Handeln widersetzte sich den Geschlechterrollen ihrer Zeit ebenso wie dem nationalsozialistischen Terror.
Der Besuch bietet Raum für historisches Gedenken, politische Reflexion und den Austausch über heutige Formen von Widerstand und Zivilcourage.
Information und Diskussion: „Faschismus – ach das war doch damals!??“ Faschismus und Antifaschismus früher und heute
Auch heute – in Deutschland und weltweit – erleben wir wieder das Erstarken faschistischer und faschistoider Kräfte. Warum ist das so? Was können wir aus der Geschichte lernen, um den Gefahren von heute entschlossen entgegenzutreten?
Ein Blick auf den historischen Nationalsozialismus hilft, Parallelen und Unterschiede zum gegenwärtigen Faschismus zu erkennen – und zeigt zugleich, dass Erinnern kein Selbstzweck ist.
Unser Motto: Erinnern heißt kämpfen.
Wir wollen gemeinsam diskutieren, was wir aus dem antifaschistischen Widerstand – etwa aus dem Wirken der Frauengruppe um Rosa Lindemann und Ottilie Pohl – für heutige Kämpfe und Strategien ableiten können. Der Abend wird gestaltet von engagieren Nachbar*innen und der VVN-BdA.
Samstag, 29. November 2025 13 Uhr Stadtteilladen, Krefelder Straße 1A, 10555 Berlin
Mit einem „widerständigen Kaffeekränzchen“ wird an eine historische Form des Zusammenkommens erinnert: Frauen wie Ottilie Pohl nutzten solche vermeintlich unauffälligen Treffen, um sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu organisieren. Diese Form der politischen Vernetzung blieb lange unterschätzt – gerade weil sie weiblich geprägt war.
Das Format wird heute genutzt, um die Geschichten widerständiger Frauen sichtbar zu machen und Einblicke in die aktuelle Arbeit des Netzwerks Ottilie Pohl zu geben.
Gedenken verbindet sich dabei mit einer klaren Haltung – gegen das Vergessen und gegen antidemokratische Tendenzen in der Gegenwart.
Kiez-Spaziergang: Frauen in Moabit – Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus
Samstag, 29. November 2025 15 Uhr Treffpunkt: Vorplatz des Rathauses Tiergarten, Mathilda-Jacob-Platz 1
Die eineinhalbstündige Route führt zu sechs Orten, an denen Frauen in der NS-Zeit gelebt, gearbeitet und gewirkt haben. Die einzelnen Stationen nehmen Bezug auf Einzelschicksale, wie das von Mathilde Jacob (1873–1943) – eine enge Vertraute von Rosa Luxemburg und deren Nachlassverwalterin. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten unterhielt Jacob Kontakte zu Widerständlern und Widerständlerinnen und erlebte als Jüdin die zunehmende Unterdrückung und Entrechtung bis zu ihrer Deportation in Moabit. 1943 wurde sie im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet. Schlusspunkt der Stadtführung ist der Gedenkort Güterbahnhof Moabit. Der ehemalige Moabiter Güterbahnhof war der Größte der drei Berliner Deportationsbahnhöfe. Von dort wurden etwa zwei Drittel aller damals in Berlin lebenden Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager verschleppt. Der Bahnhof bildet das perfide Bindeglied zwischen den Verhaftungen und der Internierung in den sogenannten Sammellagern auf der einen Seite und den Tötungsfabriken im Osten auf der anderen.
Der Spaziergang wird organisiert vom Mitte Museum und durchgeführt von der Historikerin Trille Schünke-Bettinger. Weiter Informationen zum Mitte Museum hier: https://www.mittemuseum.de/
Wir möchten, dass am letzten Wohnort Ottilie Pohls sichtbar an sie erinnert wird. Nachdem eine frühere Gedenktafel in der Beusselstraße 43 im Zuge einer Sanierung seit längerem verschwunden ist, setzen wir uns aktiv dafür ein, dass an dieser letzten Wohnadresse wieder eine Gedenktafel angebracht wird und dadurch die Erinnerung an Ottilie Pohl wachgehalten wird.
Sichtbarmachung von Widerständigen und deren Netzwerken
Wir möchten an Nachbar*innen erinnern, die sich aktiv gegen die Nationalsozialisten stellten. Unser Ziel ist, mehr Menschen in Moabit auf das mutige Wirken und die Zivilcourage früherer Mitbürger*innen aufmerksam zu machen. Unser Fokus richtet sich dabei nicht allein auf Ottilie Pohl, sondern auch auf die Gruppe von widerständigen Frauen um Ottilie Pohl und Rosa Lindemann in Moabit. Wir möchten zu ihrem Mut, ihrem Zusammenhalt/Solidarität und ihrem Einfallsreichtum im Kampf gegen den NS-Faschismus forschen, weiter recherchieren und die Ergebnisse sichtbar machen. Der Widerstand der Frauen aus der Arbeiter*innenbewegung und seine besondere Formen sollen herausgearbeitet und die Ergebnisse öffentlich gezeigt werden.
Widerstand als Auftrag für uns heute verstehen
Wir begreifen das Handeln der Widerständigen gegen die Herrschaft des Nationalsozialismus als Verpflichtung auch heute auf faschistische, antidemokratische Bestrebungen und menschenverachtende Politik aufmerksam zu machen und ihr entschieden entgegenzutreten.
Mitmachen
Die Gruppe versteht sich als offenes Netzwerk. Das „Netzwerk Ottilie Pohl“ ist demokratisch, überparteilich und überreligiös. Beteiligt sind Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Parteizugehörigkeit, vor allem aus der Nachbarschaft.
Alle weiteren interessierten Menschen sind herzlich eingeladen, sich in unser Netzwerk einzubringen und sich in ihm zu engagieren!
Wir treffen uns unregelmäßig ein- bis zweimonatlich (zur Vorbereitung des Aktionsmonats häufiger), zumeist im Nachbarschaftstreff des „Stadtschloss Moabit“, Rostocker Str. 32B.
E-Mail-Adresse: netzwerk.ottilie.pohl@gmail.com
Über Ottilie Pohl
Ottilie Pohl war jüdischer Herkunft. Die Kommunistin und Sozialpolitikerin lebte in Moabit. Zuletzt wohnte sie fast 30 Jahre in der Beusselstraße 43, bis sie von dort deportiert wurde.
Während des Nationalsozialismus setzte Ottilie Pohl ihre politische Arbeit kontinuierlich fort und arbeitete mit anderen Sozialistinnen im Widerstand. Ihre illegale Arbeit tarnten die Frauen als „Kaffeekränzchen“ und trafen sich in einer Gartenlaube. Sie unterstützten Verhaftete und ihre Angehörigen, versteckten politische und rassistisch Verfolgte oder verfassten antifaschistische „Streuzettel“, die sie verbreiteten.
Ottilie Pohl wurde 1940 festgenommen und verurteilt. Nach ihrer Entlassung aus dem Frauengefängnis Kantstraße schloss sie sich wieder dem Widerstand an. Am 17. November 1942 holte die Gestapo sie aus ihrer Wohnung in der Beusselstraße 43 ab. Sie wurde ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort starb sie am 2. Dezember 1943 mit 75 Jahren an den Folgen der Lagerumstände. Damit wurde Ottilie Pohl eines von Millionen Opfern des Nationalsozialismus.
Bisherige Aktionen des „Netzwerk Ottilie Pohl“
Mit verschiedenen Aktionen möchten wir Ottilie Pohl und ihren Kampf gegen den NS-Faschismus im Stadtteil Moabit öffentlich sichtbar machen. Folgende Aktionen fanden bereits statt.
Stolpersteinverlegung für Ottilie Pohl
Am 10. Mai 2025 wurde ein Stolperstein in Gedenken an Ottilie Pohl verlegt. An ihrer letzten Wohnaderesse in der Beusselstraße 43 erinnerten wir an ihr Leben und ihr Wirken. Viele Menschen aus der Nachbarschaft nahmen an der Verlegung Teil, um ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Begleitet wurde die Verlegung durch Redebeiträge der Mitwirkenden des Netzwerks Ottilie Pohl sowie durch den Berliner Chor Widerklang und Marion Fabian, die einen Akustischen Stolperstein für Ottilie Pohl setzte.
Aktionsmonat im November 2024
In einer Zeit wie dieser, in der zunehmend faschistische Kräfte ihre Demagogie, Angst und Terror bis hin zu Mordanschlägen verbreiten, ist es umso notwendiger, die Erinnerung an Widerstandskämpferinnen wie Ottilie Pohl wachzuhalten. Denn ihr Handeln kann als Vorbild für heute dienen. Daher organisierte das „Netzwerk Ottilie Pohl“ im November 2024 einen Aktionsmonat, in dessen Rahmen an Ottilie Pohl und andere Widerständige gegen den Nationalsozialismus erinnert wurde.
Der Aktionsmonat 2024 begann mit der Antifaschistischen Gedenkkundgebung zu den Novemberpogromen am 9. November am Mahnmal in der Levetzowstraße. In einem Redebeitrag wurde an das Leben und Wirken von Ottilie Pohl erinnert. Ihr Beispiel erinnert uns daran, wie wichtig Solidarität in unserer Nachbarschaft und Gesellschaft auch heute ist.
Zwei Kiez-Spaziergänge boten spannende Einblicke in die Geschichte des Widerstands in Moabit. Beim Spaziergang „Frauen in Moabit – Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus“ beleuchtete die Historikerin Trille Schünke-Bettinger die Lebensgeschichten von Frauen, die sich gegen die NS-Diktatur engagierten. Ein weiterer Spaziergang, „Alltag, Zwang und Widerstand“, zeigte die Vielfalt der Widerstandsformen im Viertel. Die Spaziergänge fanden in Kooperation des „Mitte Museums“ mit „Frauentouren“ und „Antifaschistinnen aus Anstand“ statt.
Beim „Austausch – Der gefährliche Weg in den Faschismus“ des „Frauenverbandes Courage“ setzten wir uns mit der beunruhigenden Rechtsentwicklung in Deutschland auseinander mit dem Ziel uns zu stärken und gemeinsam klare Kante gegen rechte Hetze und Faschismus zu zeigen.
Eine szenische Lesung mit dem Titel „Wer waren Otto und Elise Hampel?“ im „Quartiersmanagement Beusselstraße“ brachte die bewegende Geschichte des Ehepaars Hampel näher. Wilhelm Holthus und Christian Winterstein trugen Passagen aus Falladas Werk sowie originale Gestapo-Dokumente vor.
Bei der Veranstaltung „Antifaschismus kennt kein Alter – Ein Brunch zum Andenken an Ottilie Pohl“ wurde das Leben der Widerstandskämpferin im „Treff am Ottopark“ gemeinsam mit der Stadtteilgruppe Berlin Mitte der „Omas gegen rechts“ gewürdigt. Dabei entstand ein lebhafter Austausch über die Bedeutung antifaschistischen Engagements damals und heute.
Der Workshop „Werde Stammtischkämpfer*in“ lud ein, Strategien gegen rechte und diskriminierende Parolen zu erlernen und in der Praxis anzuwenden. Ziel war es, Zivilcourage zu fördern und ein Zeichen gegen rechtsextreme Ideologien zu setzen. Der Workshop wurde organisiert von „Kiez Machen“ – Mobile Stadtteilarbeit in Moabit, in Kooperation mit „Aufstehen gegen Rassismus“ und „We Keez Moabit e.V.“.
Ein Erzählcafé bot Raum für persönliche Geschichten. Unter dem Titel „Lebensgeschichten Moabiter Frauen – Widerstand, Selbstermächtigung und Emanzipation“ wurden inspirierende Biografien vorgestellt und diskutiert. Das Erzählcafé entstand in Kooperation des „Treff am Ottopark“ und dem Projekt „MoKiSe – Moabiter Kiez-Bibliothek für Kinder und Senioren“.
Bei der Veranstaltung des „Resilienz Zentrums Moabit“ und dem „Reformations-Campus e.V.“ zum Thema „Kaffeekränzchen – Keimzelle für Social Power“ wurde aufgezeigt, wie aus alltäglichen Begegnungen nachhaltiges Engagement und ein handlungsfähiges „Wir“ entstehen kann.
Die Veranstaltung „Für ein Umdenken im Umgang mit Falschinformationen“ von „Topio e.V.“ beleuchtete die Gefahren gezielter Desinformation und deren Einfluss auf gesellschaftliche Polarisierung. Im Austausch wurden Strategien zum kritischen Umgang mit Informationen entwickelt.
Den Abschluss bildete ein „Widerständiges Kaffeekränzchen“ im Stadtschloss Moabit, das an den zweiten Kiez-Spaziergang anschloss. Bei Kaffee und Kuchen wurden Ausblicke auf kommende Aktionen des „Netzwerks Ottilie Pohl“ gegeben.
Der Aktionsmonat bot vielfältige Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und ihrer Bedeutung für die Gegenwart und wurde durch die enge Zusammenarbeit zahlreicher engagierter Initiativen und Akteur*innen aus Moabit ermöglicht. Dafür bedanken wir uns herzlich.
Kiez-Spaziergang im Rahmen von „Denk mal am Ort“
Bei einem Kiez-Spaziergang im Rahmen von „Denk mal am Ort“ suchten wir Wohnorte Ottilie Pohls auf. Die Historikerin Heike Stange berichtete von ihren Recherchen zu Ottilie Pohl und zeigte Dokumente ihrer Verfolgung.
Aktionsmonat im November 2023
Den Auftakt zum Aktionsmonat bildete die Antifaschistische Gedenkkundgebung zu den Novemberpogromen am9. November am Mahnmal in der Levetzowstraße. Im Rahmen dieser Veranstaltung berichteten wir bei einem Redebeitrag über Ottilie Pohl und ihr Wirken.
Im Rahmen zweier Kiez-Spaziergänge„Frauen in Moabit – Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus“ gab die Historikerin Trille Schünke-Bettinger anhand biografischer Spuren von Frauen in Moabit einen Überblick über die Vielfalt und Breite des weiblichen Widerstandes gegen das NS-Regime. Hierbei wurde zudem die rechtliche und gesellschaftliche Ausgrenzung von Jüdinnen anhand von Biografien verfolgter Frauen sichtbar gemacht. Die Spaziergänge fanden im Auftrag des „Mitte Museums“ und in Kooperation mit „Frauentouren“ statt.
Bei der Veranstaltung „Illegal“ in Moabit – Widerständige Frauen und ihre Netzwerkenäherten wir uns der Kommunistin und Jüdin Ottilie Pohl, die Widerstand leistete und vom Nationalsozialismus verfolgt und umgebracht wurde. Heike Stange las aus einem unveröffentlichten Bericht Rosa Lindemanns über eine Widerstandsgruppe, der Ottilie Pohl angehörte und die sich als „sooo harmloses Kaffeekränzchen“ tarnte. Trille Schünke berichtet von der Wichtigkeit nachbarschaftlicher Beziehungen und Vertrauen unter den Frauen für ihre Widerstandsarbeit und stellt exemplarisch Widerstandskämpferinnen vor. Anne Hoecker und Marina Hübner erzählt von Mathilde Jacob – ehemalige Sekretärin Rosa Luxemburgs –, ihren Verdiensten um diesen Nachlass und ihre Ermordung im KZ Theresienstadt.
Eine Szenische Lesungin der Dorotheenstädtische Buchhandlung stellte die Frage: Wer waren Otto und Elise Hampel? Wilhelm Holthus las Fallada-Passagen und Christian Winterstein las aus Gestapo-Akten und anderen Dokumenten zu Elise und Otto Hampel. Das Schicksal dieses Ehepaars war Vorlage für Falladas Roman.
Einen Blick in die Gegenwart wurde in der Refo Moabit geworfen. Bei der Veranstaltung„Wie sind heute Kinder und Jugendliche von Antisemitismus betroffen?“ gab es zahlreiche Diskussionsimpulse und Gespräche mit Rosa Fava, der Leiterin von ju:an – Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit der Amadeu Antonio Stiftung. Den Abschluss des Aktionsmonats bildete eine Gedenk-Aktion anlässlich des 80. Todestages von Ottilie Pohl am2. Dezember 2023. Dabei erinnerte das Netzwerk an Ottilie Pohl an dem Ort an dem sie zuletzt lebte – in der Beusselstraße 43. Im Anschluss an die Aktion im öffentlichen Raum tauschten sich Interessierte Refo Moabit aus.
„Kaffeekränzchen“ beim Ortstermin September 2023
Eine Installation in der Reformationskirche in der Beusselstraße griff das Motto des Kunstfestivals Ortstermin auf: „Gastgeber*innen“. Eine der acht Stationen in der Kirche war „Ottilies
Kaffeekränzchen“. In diesem Rahmen konnten Interessierte an einer gedeckten Kaffeetafel verweilen und sich über Ottilie Pohl und unser Netzwerk informieren.