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Cash oder Krise – Wer kann sich das noch leisten!?

Das Projekt „Cash oder Krise – Wer kann sich das noch leisten?“ adressiert die Themen Armut und soziale Ungleichheit.

Grundlage bildet der Bericht „Sichtweisen junger Menschen in Mitte (2024–2028)“. Im Rahmen dieses Prozesses wurden im Jahr 2024 rund 2.000 junge Menschen durch verschiedene Beteiligungsformate sowie eine umfangreiche Befragung erreicht. Die Auswertung zeigt, dass steigende Lebenshaltungskosten von jungen Menschen deutlich wahrgenommen werden und ihre Lebensrealität unmittelbar beeinflussen. In anschließenden Rückkopplungsformaten mit jungen Menschen, sowie Fachkräften der Jugendarbeit wurde das Themenfeld „Kosten, Armut und Inflation“ als Schwerpunktthema für das Jahr 2026 priorisiert. Die hohe Betroffenheit führt zu einer ausgeprägten Motivation der Zielgruppe, sich aktiv und differenziert mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Zur konzeptionellen und fachlichen Vorbereitung wurde durch das Kinder- und Jugendbüro Mitte eine multiprofessionelle Fokusgruppe eingerichtet, die die Entwicklung und Umsetzung eines praxisorientierten, pädagogischen Projekts kontinuierlich begleitet.

Im Zeitraum von Juli bis Dezember 2026 setzen sich junge Menschen im Rahmen von drei aufeinander aufbauenden Projektbausteinen intensiv mit den Themen Armut und  sozialer Ungleichheit auseinander. Dabei werden vielfältige, niedrigschwellige und inklusive Methoden eingesetzt, um eine breite Beteiligung zu ermöglichen.

Projektbaustein 1: Sensibilisierung und Projektvorstellung (Zielgruppe: Fachkräfte als Multiplikator*innen und interessierte junge Menschen)

Im Rahmen eines Kick-off-Fachtages werden Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe  (insbesondere im Kontext des § 11 SGB VIII) und interessierte junge Menschen für das Themenfeld sensibilisiert und zur aktiven Mitwirkung am Projekt gewonnen. Inhaltliche Schwerpunkte bilden Workshops zu Klassismus sowie zur intersektionalen Betrachtung von Armut. Zudem erfolgt die Vorstellung des Gesamtprojekts mit besonderem Fokus auf die Beteiligungsmöglichkeiten der Einrichtungen in den folgenden Projektbausteinen.

Projektbaustein 2: „Kochen für alle“ (Zielgruppe: Kinder und Jugendliche)

Im Zeitraum von Juli bis Dezember 2026 richtet monatlich jeweils eine Einrichtung eine Kochveranstaltung aus und übernimmt die Rolle als Gastgeberin. Insgesamt finden sechs Kochsessions statt. Die gastgebenden Einrichtungen werden angeregt, Kooperationen im Sozialraum aufzubauen, beispielsweise mit Supermärkten, Initiativen wie foodsharing oder der Berliner Tafel. Diese Kooperationen sollen nachhaltig ausgebaut und über die Projektlaufzeit hinaus fortgeführt werden.

Im Rahmen der Kochveranstaltungen setzen sich die jungen Menschen sowohl praktisch als auch inhaltlich mit Fragen von Armut, sozialer Ungleichheit und Inflation auseinander. Die Teilnehmer*innen entwickeln ein gemeinsames Verständnis davon, dass Armut kein Individuelles Problem, sondern das Ergebnis struktureller Ungleichheit ist. Ziel ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Betroffenheit und Themen wie Stigmatisierung, Scham und dem Erleben von Ausschlüssen. Die Formate schaffen Räume für Austausch und Empowerment, in denen junge Menschen eigene Perspektiven formulieren und Handlungsmöglichkeiten entwickeln. Die im Prozess erarbeiteten Themen, Bedarfe und Forderungen werden fortlaufend dokumentiert und in geeigneten Formaten an Entscheidungsträger*innen aus Politik und Verwaltung adressiert. Ein zentrales Ergebnis stellt das gemeinsam entwickelte Kochbuch dar, das neben Rezepten auch inhaltliche Beiträge und Handlungsempfehlungen enthält. Darüber hinaus entwickeln die Teilnehmenden Kriterien für ein Prüfsiegel, welches den kooperierenden Einrichtungen, Restaurants, Supermärkten als Anerkennung verliehen wird.

Projektbaustein 3: Aktionswoche und Vernissage (Zielgruppe: Kinder und Jugendliche sowie Politik und Verwaltung)

In den Herbstferien 2026 wird eine Aktionswoche mit anschließender Vernissage durchgeführt. In künstlerischen und kreativen Formaten (u. a. Tanz, Theater, Rap, Upcycling) setzen sich die Teilnehmenden mit dem Projektthema auseinander und entwickeln eigene Ausdrucksformen.

Die Ergebnisse der Aktionswoche werden im Rahmen einer abschließenden Präsentation im Citykino Wedding präsentiert. In diesem Kontext erfolgt auch die Übergabe der erarbeiteten Forderungen an Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung. Zudem werden erste konkrete Vereinbarungen zur Weiterbearbeitung zentraler Anliegen getroffen. Ziel ist es, gemeinsam mit politischen Entscheidungsträgerinnen tragfähige Anschlussstrukturen zu entwickeln und Verantwortlichkeiten zu klären. Das Projekt ist als Auftakt für eine längerfristige, ressortübergreifende Auseinandersetzung mit dem Schwerpunktthema im Bezirk konzipiert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem nachhaltigen Transfer der Ergebnisse und Forderungen in bestehende bezirkliche Strukturen sowie auf deren Verankerung über den Kontext der Kinder- und Jugendarbeit hinaus.

Kontakt: Kinder- und Jugendbüro Mitte

kjbm@berlin.de | 0176 4325 6576″

„Cash oder Krise“ ist ein Projekt des Kinder- und Jugendbüro Mitte vom Moabiter Ratschlag e.V. und wird gefördert durch den Jugend-Demokratiefonds Berlin, „STARK gemacht! – Jugend nimmt Einfluss“ der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin

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E-Mail: verein@moabiter-ratschlag.de

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